Lençóis Maranhenses
Die Lençóis Maranhenses im nordbrasilianischen Bundestaat Maranhão gehören zu den schönsten und fanzinierensten Regionen Brasiliens. Der seltsame Name, übersetzt "Bettlaken von Maranhão", stammt von seinen endlosen glatten Dünenfeldern, die so aussehen, als würde der liebe Gott hier seine Wäsche trocknen. Die Lençóis Maranhenses sind eine faszinierende Spielerei der Natur: Meeresströmungen treiben grosse Mengen von Sand, der von den nahen Flüssen Rio Parnaíba und Rio Preguiças aus dem Landesinnern ins Meer geschwemmt wird, gegen den Küstenstreifen der Lençóis Maranhenses und lagern ihn dort ab. Während der Trockenmonate Oktober und November blasen stetige Nordostwinde die Ablagerungen kilometerweit landeinwärts und bilden dabei wandernde Sicheldünen, die bis zu 40 Meter hoch werden können.
Ein Sandmeer, das augenblicklich an Nordafrika erinnert. Klimatisch gesehen sind die Lençóis Maranhenses jedoch keine Wüste im engeren Sinne, denn es fallen hier mit 1200 mm pro Jahr unvergleichlich mehr Niederschläge als in der Sahara. Von Januar bis Juli herrscht hier Winter, die Zeit in der der meiste Regen fällt. Tausende kleiner Seen bilden sich dann. Die vielen kleinen Seen, bläulich und grünlich in der Sonne schimmern. Der Sommer dauert von August bis Dezember, dann gibt es nur noch drei Seen, den Bonita, den Azul und den Lagoa da Esperança.
Die Landschaft der Lençóis Maranhenses ändert sich jeden Tag, weil der Wind, der vom Meer kommt, die Dünen immer wieder neu formt. Neben den Dünen und den vielen Seen gibt es aber auch einige kleine Oasen, in deren Nähe sich kleine Dörfer befinden: Baixa Grande und Queimada dos Britos. Die Dörfer sind klein, es leben durchschnittlich etwa 100 Menschen hier. Die Orte können sogar zu Fuß erreicht werden, was aber am ehesten etwas für Abenteuerlustige ist. Ein Marsch durch die Lençóis Maranhenses erfordert einiges an Kondition.